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01.11.2011
Fasziniert von Wind und Wetter (Mein erster Bericht im damaligen BT)
Von Thomas Senger
Gaggenau - Wenn es draußen in Strömen regnet, wenn dicke Flocken vom Himmel fallen oder wenn ein Sturmtief wie "Joachim" übers Land fegt - dann ist Dieter Kraft nicht mehr vom PC wegzukriegen. Nicht etwa, weil er ein Stubenhocker wäre, nein, der Ottenauer ist Hobby-Meteorologe. Und ab sofort lässt er die BT-Leser an seiner Leidenschaft teilhaben. Denn Dieter Kraft ist der neue Wetter-Kolumnist des Badischen Tagblatts. Einmal monatlich präsentiert er hier seine Beobachtungen. Er tritt damit die Nachfolge von Werner Forschner aus Selbach an.
Dieter Kraft ist durchaus so etwas wie ein Spätberufener. Zwar hat er das Wetter schon immer gerne beobachtet, aber so richtig eingestiegen in die Wetterkunde ist er vor knapp drei Jahren, als er sich eine Vantage Pro2 Aktiv-Station in den Garten gestellt hat. Einen lange gehegten Wunsch hat er sich damit erfüllt. "Das Wettergeschehen ist einfach faszinierend", mit dieser Begründung ist alles gesagt, was es über Temperaturschwankungen, Niederschlagsmessungen oder Aufzeichnungen von Bewölkungsgraden und Windrichtungen auf sich hat.
Hinzu kam, dass Dieter Kraft nach mehreren Jahren in unterschiedlichen Vereinen als Trompeter, unter anderem beim Fanfarenzug Hörden (nahezu 25 Jahre) sowie im Musikverein in Ottenau (etwa zehn Jahre), ein neues Hobby suchte. "Zunächst nur für den Hausgebrauch" hat er die Messungen betrieben. "Laufen, Fahrradfahren und einfach draußen in der Natur sein", das macht Kraft gerne, und das alles hat eben auch mit dem Wetter zu tun.
So richtig eingestiegen in das Hobby ist er im Lauf des Jahres 2009. Eine Rolle spielte dabei - die Wirtschaftskrise. Sie brachte auch für den Industriemeister Fachrichtung Metall die Kurzarbeit und damit viel freie Zeit, um sich in die schwierige Materie einzuarbeiten. Ungezählte Stunden Lektüre, Ausprobieren, neu Programmieren, ohne das ging es nicht.
Mittlerweile hat sich der Zeitaufwand ein bisschen verringert: "So ein, zwei Stunden am Tag sitzt er aber immer noch am PC", schmunzelt Ehefrau Christiane. Schließlich gilt es, sich in die Wunderwelt der Meteorologie stets weiter einzuarbeiten, die praktischen Erfahrungen der eigenen Beobachtungen mit der Wissenschaft in Einklang zu bringen.
Nach der Hauptschule in Ottenau hat Dieter Kraft ab 1978 im Benzwerk eine Ausbildung zum Feinblechner absolviert. Mehrere Stationen hat er seither bei Daimler hinter sich gebracht; ab 1984 war er Einrichter in der Getriebefertigung in Gaggenau, 1994 legte er die Meisterprüfung ab. Seit 2010 ist der heute 49-Jährige wieder im Pkw-Werk in Rastatt tätig, in der Logistik.
Die "Wetter-Logistik" zwischen Messstation im Garten und PC im Wohnzimmer, das bedeutet: Die richtigen Datenpakete zum richtigen Zeitpunkt in der richtigen Datei fertig zum Ablesen, rund um die Uhr. Im Online-Betrieb werden die Daten der Wetterstation im Zehn-Minuten-Takt aktualisiert.
Diese Art der Wetterbeobachtung - auch Christiane Kraft kann sich der Faszination nicht entziehen. Schon früh morgens gehört es für sie einfach dazu, sich am Bildschirm über die neuesten Temperatur- und Niederschlagswerte zu informieren. Schließlich ist kein Wetterbericht so zuverlässig wie der aus dem eigenen Garten. Für das BT liefert Dieter Kraft allerdings keine Vorhersagen, sondern einen Rückblick. Berücksichtigt werden dabei insbesondere Tageshöchst- und Tiefstwerte der Lufttemperatur sowie die Niederschlagsmengen. Näheres zu der Wetterstation von Dieter Kraft gibt es im Internet unter
Quelle Badisches Tagblatt
28.10.2010
Sturm «Xynthia» fegt im Februar 2010 über den Südwesten
Ein umgestürzter Baumstamm bei Feldberg traf ein vorüberfahrendes Fahrzeug und tötete einen Insassen.
28.02.2010 Stuttgart - Blockierte Bahnstrecken und Straßen, demolierte Autos: Das Sturmtief «Xynthia» hat am Sonntag auch in Baden-Württemberg erhebliche Schäden angerichtet und den Verkehr auf Schienen und Straßen teils erheblich gestört. Im Schwarzwald wurde ein 74 Jahre alter Autofahrer getötet, als ein Baum auf der Schwarzwaldhochstraße bei der Gemeinde Feldberg auf sein Fahrzeug stürzte. Die 69-jährige Ehefrau auf dem Beifahrersitz überlebte schwer verletzt. Bis Sonntagabend sagten die Meteorologen für den Norden und Westen von Baden-Württemberg schwere Sturmböen bis zur Orkanstärke voraus.
Auf der Hauptbahnverbindung zwischen Stuttgart und Mannheim fuhr nach Angaben eines Bahn-Sprechers über mehrere Stunden kein Zug mehr, weil von einer nahe gelegenen Baustelle in Stuttgart-Zuffenhausen wiederholt Baumaterial auf die Schienen geweht wurde. Auch der S- Bahnverkehr wurde massiv beeinträchtigt. Bei Horb (Kreis Freudenstadt) fiel ein Baum auf die Gleise und legte den Verkehr auf der wichtigen Strecke von Stuttgart nach Zürich lahm. Zu Störungen kam es durch den Sturm auch auf einigen Nebenstrecken im Südwesten. Auf den übrigen Strecken fuhren die Züge, aber sie hatten infolge der Störungen andernorts teils beträchtliche Verspätungen.
Zerstörte Autos unter einem umgestürzten Baum beim Karlsruher Wildparkstadion
Auf dem Bodensee wurde der Katamaranverkehr zwischen Konstanz und Friedrichshafen eingestellt. In Karlsruhe bekamen die Fußballfans die Folgen des Sturmtiefs hautnah zu spüren. Beim Zweitliga-Fußballspiel 1. FC Kaiserslautern gegen Karlsruher SC konnten sie zeitweise das Stadion nicht verlassen. Starke Windböen brachten vor dem Stadion Bäume zum Umfallen, die mehrere Autos zerstörten. Die Polizei sperrte daraufhin die Ausgänge und forderte die Zuschauer auf, ihre Plätze nicht zu verlassen.
Ein Sprecher des Agrarministeriums warnte vor Spaziergängen in den Wäldern. Er sagte, es sei mit einigen Schäden im Forst zu rechnen, weil die Böden aufgeweicht sind und die Bäume derzeit nicht stark verwurzelt sind.
Ebenfalls gesperrt wurden infolge umgestürzter Bäume mehrere Kreis- und Landesstraßen im Kreis Freudenstadt sowie die Bundesstraße 294 bei Elzach (Kreis Emmendingen) und eine Landesstraße im Kreis Reutlingen. Auch die Autobahn 5 in der Nähe von Rastatt war betroffen. Dort stürzte ebenfalls ein Baum auf die Fahrbahn, die Polizeiangaben zufolge aber nicht gesperrt werden musste. Auf der Autobahn zwischen Karlsruhe und Frankfurt war der Verkehr durch umherfliegende Gegenstände wie Verkehrsschilder beeinträchtigt.
Quelle: dpa/lsw